Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Herrschinger SPD am 15. April 2026 im Andechser Hof präsentierte der bisherige Medienbeauftragte Tom Hamaus als Rechenschaftsbericht des Vorstands wieder eine Chronik der Ereignisse der vergangenen 12 Monate (siehe Galerie).
Im Anschluss wählten die anwesenden 16 Mitglieder des Ortsvereins ihren neuen Vorstand. Als Erster Vorsitzender wurde erwartungsgemäß wieder Werner Odemer einstimmig gewählt. Als seine Stellvertreter*innen wurden Gabriele Frey und Veronika Schnell mit je 16 Stimmen sowie Hans-Hermann Weinen mit 15 Stimmen bestätigt. Einstimmig bestätigt wurden auch Stefan Rauch als Kassier und Renate Mengen als Schriftführerin. Der bisherige Pressereferent Tom Hamaus trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl an, ebenso die bisherige Beisitzerin Hildegard Wienholt. Die Funktion des Medienbeauftragten wird künftig der stellvertretende Vorstand Hans-Hermann Weinen wahrnehmen. Als neue Beisitzer erhielten Thomas Dalibor, Ingeborg Donhauser, Peter Günther und Andreas Weger allesamt je 16 Stimmen. Als Revisoren stehen künftig Fritz Voigtländer (wie bisher schon) und Tom Hamaus (neu) zur Verfügung.
Zum Abschluss stellte Tom Hamaus folgenden Initiativantrag zur Abstimmung:
NS-belastete Straßennamen
Die Mitglieder der SPD Herrsching bekräftigen den bereits im Mai 2024 mehrheitlich gefassten Beschluss des Ortsvereins-Vorstands, die Madeleine-Ruoff- und die Erich-Holthaus-Straße in Herrsching umbenennen zu wollen. Eine derartige Würdigung von Personen, die sich nach Erkenntnissen der Gemeindearchivarin Dr. Friedrike Hellerer in der NS-Zeit an jüdischem Vermögen bereichert bzw. eine Herrschinger Bürgerin wegen „Landesverrats“ denunziert haben, kann nicht hingenommen werden. Wir bedauern, dass die Umbenennung in der Gemeinderatsitzung vom 16. März 2026 gescheitert ist. Die Befragung der betroffenen Einwohner allein halten wir in einer solchen Frage des Ansehens der Gemeinde Herrsching für nicht relevant und fordern die neue Gemeinderatsfraktion auf, sich in Zukunft für diese Umbenennung einzusetzen.
Zu diesem Antrag gab es außergewöhnlich viele Wortmeldungen. Lutz Götze erinnerte beispielsweise an die vielen sozialdemokratischen Widerstandskämpfer, die im so genannten Dritten Reich wegen ihrer antifaschistischen Haltung in KZs eingesperrt und ermordet wurden. Der Kampf gegen den Faschismus gehört zur DNA der SPD, sagte er. Veronika Schnell kritisierte die heutige Realität, in der die Täter oft namentlich, z.B. mit Straßennamen, geehrt werden, die Opfer des Faschismus aber anonym bleiben. Wolfgang Schneider schlug hingegen vor, die Straßennamen als Mahnmal beizubehalten und der Opfer mit zusätzlichen Erinnerungstafeln oder Stolpersteinen zu gedenken.
Der Antrag auf Umbenennung der beiden Herrschinger Straßen wurde am Ende mit großer Mehrheit (12 Ja-Stimmen = 75%!) angenommen. Von den drei Nein-Stimmen kamen zwei von den betroffenen Gemeinderäten, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.
Auf dem Bild unten ist der neue Vorstand der SPD Herrsching v.li.n.re.: Veronika Schnell, Thomas Dalibor, Gabriele Frey, Andreas Weger, Hans-Hermann Weinen, Ingeborg Donhauser, Renate Mengen, Werner Odemer (1. Vorsitzender), Peter Günther und der Revisor Fritz Voigtländer

Hier die oben erwähnte Galerie:



























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