Der Vorstand der SPD Herrsching hat in seiner Sitzung im Juli 2019 die folgende Petition/Aufforderung an die Bundesregierung, den den Bundesverkehrminister Andreas Scheuer und den SPD-Parteivorstand in Berlin einstimmig verabschiedet:

Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen sofort verpflichtend einführen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer,
lieber SPD Vorstand! 

Hiermit fordert der SPD-Ortsverein Herrsching die Bundesregierung auf, dass Abbiegeassistenten als Zulassungsvoraussetzung für neue Lastkraftwagen und die Nachrüstung der bereits vorhandenen LKW sofort gesetzlich vorgeschrieben werden. Es kann doch nicht sein und ist in unseren Augen völlig inakzeptabel, dass diese Bestimmung erst ab 2024 gelten soll! Wie viele Tote und Verletzte sollen innerhalb dieser vier Jahre denn noch billigend in Kauf genommen werden? Wie viel Schmerz und Leid?

Laut Aussage des Münchner SPD Oberbürgermeisters, Herrn Dieter Reiter, in der Münchner Abendzeitung vom 22.06.2019, gab es allein in München 2018 bei Abbiegeunfällen im toten Winkel 395 verletzte Radfahrer. Im Mai 2019 ist ein 11-jähriger Bub so gestorben. Im selben Monat kam u. a. auch in Lübeck eine 56 jährige Frau ums Leben. Mit einem Abbiegeassisten könnten all diese schrecklichen Unfälle vermieden werden. Deshalb schließt sich der SPD-Ortsverein Herrsching den bereits gestellten Forderungen der verschiedenen Parteien, Politiker und Institutionen an, dass die Bundesregierung jetzt sofort handelt. Auch sollte die EU aufgefordert werden, dafür zu sorgen, dass europaweit alle Lastkraftwagen mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet werden. 

Herrsching, 18.7.2019 
Werner Odemer
Vorsitzender SPD Herrsching


Am Freitagnachmittag, 19.7.2019, hatten die Herrschinger Organisationen ADFC und SPD Radler(innen) aus Herrsching und der Region eingeladen zur ersten Poolnudel-Radtour unter dem Motto
Für mehr Verkehrssicherheit! Für 1,5 Meter Überholabstand der Kfz bei Radlern!

Anlass: Die Herrschinger Polizeistatistik zeigte für 2017 15 Verkehrsunfälle mit Personenschaden plus Dunkelziffer. Im ADFC-Klimatest 2018 bescheinigten 70 Radler(innen) dem Ort ein schlechtes Verkehrsklima und Angst im Straßenraum, besonders bei Familien. Erste Lösungen, wie z. Bsp. die Fahrradstreifen auf der Rieder und Mühlfelder Straße wurden umgesetzt, steigern aber aus Sicht vieler Radler(innen) nicht deren echte bzw. gefühlte Sicherheit.

Weiterer Anlass war die bundesweite Forderung des ADFC für mehr Verkehrssicherheit und Platz für den Rad- und Fußverkehr im Straßenraum. Dazu hatte er im Mai Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) eine umfassende Änderung der Straßenverkehrsordnung STVO zu Gunsten des Radverkehrs vorgeschlagen; darin enthalten das Kfz-Gebot, 1,5 Meter Überholabstand zum Fahrradfahrer einzuhalten. Scheuer hat das nun in einem eigenen Gesetzesentwurf übernommen.

Viele kennen die bunten Poolnudeln, auch Schwimmnudeln genannt, vom Schwimmunterricht oder von der Wassergymnastik, nicht aber beim Radverkehr. Die Poolnudel-Radtour lockte mit der Möglichkeit, den Poolnudel-Einsatz am eigenen Radel praktisch zu üben.

Vor dem Bahnhof wurden vom ADFC Poolnudeln zusammen mit Aufklebern, Befestigungsmaterial und weitere Informationen verteilt. Die Teilnehmer(innen) brachten alles sicher am Fahrrad an. Auch PassantInnen erwarben Poolnudeln, um zu Hause damit sicherer radeln zu können.

Thomas Allner-Kiehling, ADFC-Ortsgruppensprecher und Radtourenleiter begrüßte die ca. 30 Teilnehmer(innen) und die Presse im Namen des ADFC und des SPD-Ortvereins, informierte über den Anlass der besonderen 1. Herrschinger Poolnudel-Radtour, bedankte sich bei den Unterstützer(innen) und erläuterte den geplanten Verlauf und die Sicherheitsregeln der Radtour.

Anton Maier, ADFC-Kreisvorsitzender begrüßte ebenfalls alle Anwesenden und bedankte sich für die Einladung und Durchführung der Radtour. Maier wies darauf hin, dass der Landkreis Starnberg ein Alltagsradroutennetz-Konzept hat, dessen Umsetzung aber schleppend vorangehe. D.h. Radler müssen oft wegen fehlender Radwege die Straßen benutzen. Dort sei die Einhaltung des vorgeschriebenen Überholabstandes durch Kfz sehr wichtig für die Sicherheit der Radler. Die Zahl der Radverkehrsunfälle steigt. Der ADFC wird den politischen Druck dazu erhöhen.

Allner-Kiehling startete die Radtour vom Bahnhofplatz. Ca. 30 RadlerInnen mit Poolnudeln folgten in einer langen Schlange. Die Gruppe radelte in gemäßigter Geschwindigkeit eine Ortsrunde über die Lade-, Rieder-, Mühlfelder- und Summer-Straße zum Sportgelände Madeleine-Ruoff-Straße. Dort konnten die Poolnudeln wieder abgegeben oder gegen Kostenbeitrag erworben werden. Zitat eines begeisterten Teilnehmers: „Wir werden gleich morgen wieder mit Poolnudel durch den Ort fahren!“  Abschließend tauschten die Teilnehmer im Biergarten Ammersee-Blick ihre ersten Erfahrungen aus: Während der Pool-Nudel-Radtour erhielten die Radler(innen) Verwunderung und Beifall von Autofahrer(innen) und Passanten, zustimmende Daumenzeichen, auch eine negative Geste. An Engstellen wurde deutlich, dass passierende Kfz bei Einhaltung der 1,5 Meter Abstand zum Teil länger warten müssen. Eine gelungene Veranstaltung, die wiederholt werden sollte. Nächste Veranstaltung ist der 1. Herrschinger Parking Day am Freitag 20. September in der Straße ‚Zum Landungssteg‘. Dort werden mehrere Kfz-Parkplätze einige Stunden lang zu Gunsten des Rad- und Fußverkehrs umgenutzt.

Thomas Allner-Kiehling, thomas.allner-kiehling@adfc-starnberg.de



Liebe Genossinnen, liebe Genossen, liebe Freunde der Herrschinger SPD,

zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Herrsching und der Region unterstützt die Herrschinger SPD die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) für 19. Juli 2019 organisierte „Poolnudel-Radtourdurch Herrsching und ruft alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf, daran teilzunehmen. Ähnliche Aktionen gab es schon in München und Dießen. 

Ziel dieser Aktion ist es, die Autofahrer*innen demonstrativ darauf aufmerksam zu machen, beim Überholen von Radfahrern den gesetzlich vorgeschriebenen 1,5 Meter-Mindestabstand einzuhalten. Dazu erhalten alle an der Radtour Beteiligten ca. 1,6 Meter lange, bunte und weit sichtbare so genannte Poolnudeln, die vor dem Start auf den Gepäckträgern ihrer Fahrräder – quer zur Fahrtrichtung – befestigt werden. Die Poolnudeln werden 15 Minuten vor Tourbeginn am Bahnhof ausgegeben. 

Start: Freitag, 19. Juli 2019, 17 Uhr vor dem Bahnhof Herrsching am Bahnhofsplatz.
Streckenverlauf: Ladestraße – Rieder Straße – Mühlfelder Straße – Summer Straße – Rudolf-Hanauer-Straße – Madeleine-Ruoff-Straße.
Nachbesprechung: Biergarten Ammersee-Blick, Madeleine-Ruoff-Str. 33.

Macht bitte alle mit!

Herzlichen Dank und viele Grüße
Tom Hamaus 
im Namen des Vorstandes des
SPD-Ortsvereins Herrsching

Die Entscheidung des Herrschinger Gemeinderats vom 24. Juni 2019, den Flächennutzungsplan für die Mühlfelder Wiese zu ändern, damit dort das neue Gymnasium gebaut werden darf, löste auch innerhalb der SPD Herrsching ein neues Aufflammen der Diskussion für und wider den vom Landkreis geplanten Neubau aus. Anlass war die heftige Kritik von Wolfgang Schief an der SPD-Fraktion im Gemeinderat, die den Antrag geschlossen unterstützt hatte. Im Mittelpunkt seiner Kritik stand die Zustimmung, dass ein Drittel der etwa 12000 Quadratmeter großen Biotopfläche für einen Hartplatz geopfert wird. Zudem brauche Herrsching keine weitere weiterführende Schule; die 80 bis 100 Millionen Euro wären in Herrschinger Kindergärten und Grundschulen oder in bestehenden Gymnasien im Landkreis besser investiert. Das „Fahrschülerdasein“ mache den Schüler*innen sogar Spaß. Für Helga Tatzl, ehemalige Gymnasiallehrerin, sei der Platz am derzeitig geplanten Standort schon jetzt zu klein. Das G9 beanspruche zwangsläufig mehr Raum als das zum Zeitpunkt der ersten Planung noch geltende G8-System. Zudem brauche man für das neue pädagogische Ganztagskonzept auch genügend Außenplätze und Biotopflächen; Hartplätze seien bei den heutigen Wärmegraden hierfür nicht geeignet. „Hühnern in Bodenhatung gewährt man mehr Platz“, so Tatzl etwas polemisch.

Für das Herrschinger SPD-Mitglied Dr. Thomas Dalibor, der bereits 2013 das so genannte „Münchner Lernhauskonzept“ in die Diskussion um das neue Gymnasium Herrsching einbrachte, das schließlich – mithilfe des renomierten Schulexperten Dr. Otto Seydel, der SPD-Kreisrätin Sissi Fuchsenberger und anderen – auch Landrat Roth überzeugte, ist nicht die Beschulungsquantität für den Standort maßgebend. Wichtig ist, dass in Herrsching mit dem „Lernhauskonzept“ ein zusätzliches, qualitativ neues Angebot geschaffen wird. Kurz gefasst, kann im Lernhaus z.B. klassenübergreifend für eine Jahrgangsstufe, oder thematisch nach Fachrichtungen gegliedert auch über mehrere Jahrgangsstufen hinweg, gearbeitet werden. Dieses Konzept muss aber bereits bei der Planung des Gebäudes berücksichtigt werden, „weswegen wir uns dann sehr früh in die Diskussion eingebracht haben“ so Dalibor. Zu seinen Motiven schreibt er: „Mir als Kind der sozialliberalen Bildungsreformen in den 70ern ist es gerade wichtig, dass wir lokal die Möglichkeiten für eine individuelle Lernentwicklung unserer Kinder ausschöpfen, die das enge Korsett der CSU-Vorgaben auf Landesebene erlaubt. Alternative wäre natürlich, untätig darauf zu warten, bis eine bayerische SPD-Regierung eine Gemeinschaftsschule einführt.“ Und weiter: “ Ich finde es nach wie vor unerträglich, beobachten zu müssen, wie stark der Schulerfolg der Kinder davon abhängt, ob die Eltern entweder selbst oder mit Geld nachhelfen – gerade hier im Landkreis.“

Der Vorstand der Herrschinger SPD ist stolz darauf, dass das von der SPD und Dr. Thomas Dalibor initiierte „Lernhausmodell“ nun am neuen Herrschinger Gymnasium umgesetzt wird, und möchte diesen Erfolg auf keinen Fall durch eine neue Standortdiskussion gefährden.

So klar und leicht verständlich wie der Kommentar von Sebastian Schoepp in der heutigen SZ sollte auch das SPD-Programm sein:

Protestbewegungen: Immer weniger
Die Kapitalismuskritik ist verpufft – und abgelöst von den Klimaprotesten. Dabei sollten beide vereint werden: durch Verzicht auf Konsum. Die Lebensqualität muss darunter nicht leiden.

Es war eine Protestbewegung, wie Europa sie lange nicht mehr gesehen hatte. Zu Hunderttausenden zogen junge Menschen auf die Straßen und Plätze. Mitten in der City schlugen sie ein Protestcamp auf, Alte, Immigranten, Arbeitslose schlossen sich an, um gegen Sozialabbau, Sparzwang und Allmacht der Banken zu protestierten. Das war im Jahr 2011 in Madrid. Die spanische Protestwelle fand dann Nachahmer in vielen Städten der Welt, von Athen über Tel Aviv und Frankfurt bis nach São Paulo. Heute aber ist der kapitalismuskritische Elan weitgehend verpufft, sein politischer Ausdruck – dezidiert linke Parteien wie die griechische Syriza oder die spanische Podemos – haben bei der Europawahl vor gut einer Woche drastisch verloren.

2019 hat die Jugend andere Prioritäten. Sie protestiert mit ähnlich großen Teilnehmerzahlen für die digitale Freiheit und gegen den Klimawandel. In Deutschland und in Frankreich hat sich das im Ergebnis der Europawahl nun eindrucksvoll niedergeschlagen. Und auch gesellschaftlich hat sich inzwischen viel getan: 2011 waren es noch weise alte Männer, Stéphane Hessel und José Luis Sampedro, die den Jugendlichen in Europa zuriefen: Empört euch! Heute sind es vor allem junge Frauen, die den Protest tragen. Das alles ist ein Glück für die Demokratie und den sozialen Wandel.

Doch wie ist es um die Nachhaltigkeit dieser Protestbewegung bestellt? Um etwa den Klimawandel wirklich aufhalten zu können, braucht es einen längeren Atem, als ihn die kapitalismuskritische „Empört-euch“-Epoche hatte. An den Problemen, um die es damals ging, hat sich ja mitnichten viel verändert: Die Wohnungsnot wird täglich schlimmer, und das keineswegs nur in Südeuropa. Die Ungleichheit innerhalb der EU-Staaten und zwischen ihnen wächst, die Allmacht der Finanzindustrie ist ungebrochen. Doch der Protest ist verpufft, insgesamt scheint sich eine Mehrheit der Europäer im marktliberalen Wirtschaftssystem eingerichtet zu haben. Kapitalismuskritik kommt heute nur mehr wie eine Attitüde daher, so wohlfeil wie das Che-Guevara-Shirt im Internetshop.

Was also ist zu tun, damit die Klima-Vorkämpferin Greta Thunberg nicht eines Tages nur noch als T-Shirt-Ikone präsent sein wird? Was tun, damit nicht die AFD recht behält, die unkt, das mit dem Protestieren werde sich schon legen, wenn die jungen Leute sich erst einmal eine Eigentumswohnung gekauft hätten?

Vielleicht hilft es, eine Brücke zwischen Madrid 2011 und den Klimaprotesten von heute zu schlagen. Gründe für das ökologische Desaster sind ja der ungezügelte Ressourcenverbrauch und der ständige Zwang zu Zuwachs und Konsum, die der Wirtschaftsweise der westlichen Welt zugrunde liegen. Mit der explosionsartig zunehmenden Produktion von Gütern und Müll ist eine ökologische Umkehr jedoch kaum zu vereinbaren. Den Dreck, den der Konsum erzeugt, haben die Industrieländer ausgelagert, externalisiert, wie der Soziologe Stephan Lessenich schreibt – und das Gewissen gleich dazu. Die Schlote rauchen heute in Indien und nicht mehr an der Ruhr, die Kohle kauft man inzwischen in Kolumbien. Das Gewissen wird mit Mülltrennung beruhigt, auch wenn die ausgespülten Joghurtbecher dann eben in Malaysia landen.

Die Industrie hat Hilfestellungen für das Gewissen der Bürger gefunden. Der Markt werde das Klimaproblem schon richten, wird zum Beispiel argumentiert: Man müsse nicht weniger konsumieren, sondern eben nur anders. Fast kein Produkt vom Klopapapier bis zum Auto wird mehr verkauft ohne das Versprechen, dass man die Welt dadurch ein wenig besser mache. Da wird dann Ökologie schnell zum Lifestyle-Attribut. Dabei gibt es schon lange Kritik am Greenwashing: „Der Vermüllung der Meere und den ökologischen und sozialen Verheerungen der Textilindustrie kann nur dann Einhalt geboten werden, wenn weniger Kleider und weniger Plastik hergestellt, konsumiert und weggeworfen werden. Sehr viel weniger“, stellt Kathrin Hartmann in ihrem Buch „Die grüne Lüge“ fest.

Genau da könnten sich die Ökobewegung und die Kapitalismuskritik die Hand reichen: bei der Propagierung eines Wirtschaftsmodells, das nicht mehr Wachstum in den Vordergrund stellt, sondern Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, und in dem Verzicht kein Tabu ist: Verzicht auf Fleisch und Einwegbecher, gewiss – aber eben auch Verzicht auf die reine Gewinnorientierung; Verzicht darauf, mit dem SUV zur Schule gebracht zu werden; Verzicht auf Kaffeekapseln; und Verzicht auf Flugreisen. Aber auch: zurückhaltender Umgang mit Elektronik, die extrem viel Energie verbraucht – der Internetknoten in Frankfurt frisst mehr Strom als der ganze Flughafen. Wer nachhaltig etwas ändern will, kommt um ein Nachdenken über das Dogma des „Immer mehr“ nicht herum. Und vielleicht bedeutet ein „Immer weniger“ am Ende ja sogar mehr Lebensqualität?

https://www.sueddeutsche.de/politik/protestbewegungen-immer-weniger-1.4473953

Mit Rücksicht auf die bevorstehende Europawahl verlegte die Herrschinger SPD ihr alljährlich im September veranstaltetes Sommerfest an der Uferpromenade diesmal bereits auf den 19. Mai 2019 vor. Trotz schlechter Wetterprognose blieb das Frühlingsfest vom Regen verschont, ja, es schien fast bis zum Schluss sogar die Sonne und es war recht windstill. In heiterer Atmosphäre nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher bei Grillwürsteln, kalten Getränken, Kaffee und Kuchen die Gelegenheit, ihre Meinung zu der Frage „Wo drückt die Herrschinger der Schuh?“ an eine große Pinwand zu heften. Was missfällt den Menschen in unserer Gemeinde? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Die Forderungen reichten zum Beispiel von „dringend 30 km/h innerorts!“, „warum keine Begegnungszone im Ortszentrum?“, „MVV attraktiver und bezahlbar machen!“, „Summer-, Rudolf-Hanauer- und Madeleine-Ruoff-Straße müssen Fahrradstraßen werden!“, „Laden-Leerstände mit Sonder-Gewerbesteuer bestrafen!“, „Energiewende beschleunigen“, „Kommunale Stromversorgung!“, „Natur erhalten und nicht kommerzialisieren!“, „keine Silvester-Knallerei in Ufer-Schutzzonen für Wasservögel!“, „Viel mehr Mülleimer am See“, „Kindergartengruppe von 25 auf 20 Kinder reduzieren!“ bis hin zu „bitte mehr junge Köpfe in die Politik“ und „die Bundes-SPD bräuchte einen zweiten Willy Brandt“. Die anwesenden SPD-Gemeinderäte Hans-Hermann Weinen, Werner Odemer und Wolfgang Schneider standen für Diskussionen zur Verfügung. Hier einige Bildeindrücke:

Die Schattenseiten Europas

Artikel aus der SZ vom 28. April 2019
von Christian Deussing

Gesine Schwan kommt etwas zu spät vom Münchner Flughafen und muss wegen ihres dichten Terminplans schon nach einer knappen Stunde den Jahresempfang der Gilchinger SPD am Freitagabend verlassen. Doch ihre Rede über die Zukunft von Europa begeistert die etwa 60 Besucher an diesem Abend im Rathaus. „Das war ja ein Feuerwerk, ihr Auftritt hat meine Erwartungen noch übertroffen“, meint ein Zuhörer, der nach dem Vortrag der SPD-Politikerin aus Berlin und einstigen Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten wie viele andere auch stehend applaudiert hat.

Schwan lobt zunächst die Umfrageaktion der Gilchinger Sozialdemokraten, Vorschläge von Bürgern zur Entwicklung der Gemeinde zu sammeln und somit die „demokratische Teilhabe“ zu fördern. Und darum müsse es auch in der Europäischen Union gehen, in der viele Menschen und Regionen abgehängt seien – und dies leider auch durch die dominante Finanzpolitik Deutschlands, wie Schwan festhält. Sie verweist auf die hohe Arbeitslosigkeit – auch bei Jugendlichen – und fehlende soziale Absicherungen, zum Beispiel in Spanien, Italien und Griechenland. Erforderlich seien ein europaweiter Mindestlohn und Arbeitslosenversicherungen, die der jeweiligen Wirtschaftskraft der Länder entsprechen müssten.

Die Menschen sollten ein „würdiges Leben führen“ und sich nicht gegenüber der Europäischen Union und Brüssel machtlos fühlen. Die 75-jährige Politik-Professorin fordert, dass sich die EU-Länder nicht weiter vor Flüchtlingen abschotten und sich der eigenen Werte wie „Aufklärung, Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität“ besinnen sollten. Es gelte, diese humanitären Vorgaben „nicht zynisch mit den Füßen zu treten“ und auch Flüchtlingen und Migranten zu helfen und sie vernünftig zu integrieren – insbesondere auch in Kommunen, wo die Abwanderung die Infrastruktur längst bedrohe und Kindergärten sowie Schulen geschlossen werden müssten.

Natürlich weiß Schwan, dass Gilching ganz andere Sorgen hat und den Zuzug aus dem Sog der Münchner Metropolregion kaum zu stoppen ist. Darüber hätte sie auch gern mit den Besuchern diskutiert, doch ihr Rückflug lässt sich nicht aufschieben. Dass aber die Europawahl und die künftige EU-Politik auch seine Gemeinde erheblich betreffen, macht Gilchings SPD-Bürgermeister Manfred Walter deutlich. Denn 70 Prozent aller Entscheidungen auf kommunaler Ebene seien durch europäische Politik geprägt, beispielsweise bei Ausschreibungen. Die Firmen und wohl die meisten jungen Menschen würden europäisch handeln und denken, betont Walter. Dass nun aber der Brexit auch auf Gilching durchschlage, habe er jetzt erfahren müssen. Denn wegen des geplanten britischen EU-Austritts sei nun die Investition eines Unternehmens in der Gemeinde geplatzt.

Im Dialog mit dem Gilchinger SPD-Ortsvorsitzenden Christian Winklmeier erwähnt der Rathauschef auch die Gespräche mit seinem Amtskollegen der italienischen Partnergemeinde Cecina. Deren Bürgermeister würde immer sofort davon sprechen, wie sehr ihn die europäische Politik belaste, so Walter. Auch das müsse man sich vor Augen führen.

©SZ vom 29.04.2019

In der Jahresversammlung am 9. April 2019 präsentierte Vorstandsmitglied Tom Hamaus eine Chronik der Aktivitäten des SPD-Ortsvereins Herrsching seit April 2018. Hier die einzelnen Folien:

Wann? am Dienstag 9. April 2019 um 20 Uhr
Wo? Gaststätte Ammersee-Blick, Madeleine-Ruoff-Str. 33

Liebe Freunde der SPD, liebe Genossinnen und Genossen,

schon wieder ist ein Jahr um und es ist Zeit, Rechenschaft abzulegen über das, was in dieser Zeit in der Herrschinger SPD passiert ist.

Ich schlage folgende Tagesordnung vor

  1. Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden und des Medienbeauftragten
  2. Kassenbericht
  3. Bericht des Revisors
  4. Aussprache
  5. Entlastung des Vorstands
  6. Wahl der Delegierten und Ersatzdelegierten für die Aufstellungskonferenzen zur Kommunalwahl 2020
  7. Wahl von Kreisdelegierten und Ersatzdelegierten
  8. Europawahlkampf
  9. Vorbereitung Sommerfest am Sonntag 19. Mai
  10. Berichte aus Gemeinderat und Gremien
  11. Termine
  12. Verschiedenes

Im März nächsten Jahres finden Kommunalwahlen statt. Jede Partei in Herrsching kann einen Bürgermeisterkandidaten und 24 Gemeinderatskandidaten ins Rennen schicken. Der Vorstand hat bereits erste Gespräche mit Kandidaten geführt. Bitte überlege, ob du auch als Kandidat*in zur Verfügung stehst. Wie immer werden wir eine „offene Liste“ der Gemeinderatskandidaten machen, d.h. du kannst auch Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die nicht SPD-Mitglied sind, ansprechen, ob sie auf die SPD-Liste gehen wollen. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass es dieses Mal kein Problem sein wird, die 24 Kandidaten zu finden. Allerdings fehlen noch
– junge Kandidaten,
– Menschen, die „mitten im Berufsleben stehen“ und vor allem
– Frauen.

Und der Platz des/r Bürgermeisterkandidaten/in ist auch noch zu vergeben!

Gern stehe ich für Fragen zur Verfügung: Tel.: 96010 oder odemer@odemer.com.

Kein Wahlkampf macht so viel Spaß wie der Kommunalwahlkampf!!!

Euer

Werner

Werner Odemer
OV-Vorsitzender